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Törn 2014 von Lauterbach nach Gotland mit Station in Visby, Kalmar und auf den Erbseninseln Törn 2016 von Flensburg nach Göteborg mit Besuch der Insel Läsö und Sönderborg Törn 2017 von Maasholm rund Sjælland mit Stationen auf der Insel Serejø, in Helsingør, auf der Insel Ven, in Kalvehave Sogn und Marstal. Törn 2018, von Lauterbach über Hanö nach Karlskrona. Dann aber nicht nach Gdansk sonder über Christiansöe und Bornholm wieder nach Lauterbach Törn 2019 rund ums Ijsselmeer
Törn  2014 von Lauterbach nach Gotland mit Station in Visby, Kalmar und auf den Erbseninseln Törn 2016  von Flensburg nach Göteborg mit Besuch der Insel Läsö und Sönderborg Törn 2017 von Maasholm rund Sjælland mit Stationen auf der Insel Serejø, in Helsingør, auf der Insel Ven, in Kalvehave Sogn und Marstal. Törn 2018, von Lauterbach über Hanö nach Karlskrona. Dann aber nicht nach Gdansk sonder über Christiansöe und Bornholm wieder nach Lauterbach Törn 2019 rund ums Ijsselmeer

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10. Satz, sechster Seetag, Menuetto,

 

Isoli piseli 

Die Nacht war ruhig. Bei Wind zwischen 2 und 3 Bft aus West laufen wir unter Motor Kurs 210° auf die Erbseninseln zu. Gegen 2:00 sichten Karsten und Falko das Leuchtfeuer Christiansoe. Ich habe das Einlaufen in Christiansoe nicht mitbekommen. Ich habe geschlafen. Auf dem Foto jedenfalls liegen die Erbseninseln in idyllischer Ruhe vor uns.

Aber so einfach war das Einlaufen in den Hafen wohl doch nicht, wenn ich mir den Track von Open.cpn betrachte. Einer, der am frühen Morgen aus dem Hafen raus will, zwingt die Wache zu den Pirouetten.

Wir drehen also vor dem Einlaufen einige Kreise und drinnen im Hafen gibt es dann wieder das, was wir schon langsam gewöhnt sind.

Ein paar nette, und natürlich deutsche, Segler fühlen sich von den frühen Gästen in ihrer Nachtruhe gestört. Und dabei haben wir nicht mal im Päckchen angelegt.

Wie wohltutend war da doch der Besuch im vergangenen Jahr an gleicher Stelle. Da mussten wir im Päckchen anlegen. Nachts um halber drei. Unsere Nachbarn waren am morgen sehr erstaunt, dass da ein Boot neben ihnen lag und sie hatten nichts bemerkt. So geht es auch mit dem Nachbarn. 

Egal, wir waren da. Der Hafen ist gar nicht so voll. 

Wir legen uns also an die Anlegestelle der Inselschifffahrt. Lange wollen wir ja nicht bleiben. Die Mannschaft ist am Frühstücktisch für Aufteilen. Es müssen viele Interessen unter einen Hut gebracht werden.

Einige sind für Hygiene, es gibt ja Duschen.

Dann gibt es ein Votum für den Inselrundgang.

Und beim Fischer muss auch eingekauft werden.

Da bleiben der kleine Peter und ich an Bord. Klar Schiff machen und die Gasflasche wechseln.

Ende Frühstück, die Mannschaft schwärmt aus ihre Dinge zu erledigen. Wir legen noch schnell das Boot ans andere Ufer.

 

Die Inseln sind wir schon oft angelaufen. Jeder der Mannschaft kennt sie, weshalb ich mir hier Bilder verkneife. Nur eines soll, stellvertretend für alle Fotografien hier erscheinen. Dieses hier. Das Panorama als Bild hatten wir noch nicht.

Peter wechselt also die Gasflasche. Das bedeutet, abtauchen in die Garage für das Schlauchboot. Da gibt es dann nicht nur die Gasflasche, es kullert auch der Feuerlöscher, ursprünglich an der oberen Klappe befestigt, in der Gegend rum. Die Schläge beim Kurs gegen die Welle haben ihn mit samt den Dübeln aus der Verankerung gerissen. Ein paar Späne aus dem Hammerstiel in die Bohrlöcher, Dübel rein, Halterungen angeschraubt, mit ganzer Kraft ran gehängt, hält, fertig.

 

Nach und nach trudeln alle wieder ein. Beratung zur weiteren Reise. Nun sind wir zwei Boote. Buri wird sich mit seiner Crew uns anschließen. Der Wetterbericht sagt für den Donnerstag nichts Gutes voraus. Es wird viel Wind geben. Er soll aus West wehen, nach Norden drehen und auffrischen. Für den Donnerstag sind 7 Bft. mit Böen 9 Bft. vorausgesagt. Das ist wahrlich nicht das Gelbe vom Ei. Also auf nach Rügen, Ziel ist Saßnitz. Nicht der schönste Hafen, aber dort sind wir unter Land wenn der Weststurm einsetzt. Saßnitz sollte erreichbar sein, denn der Wind soll im Laufe des Tages auf Nordwest bis Nord drehen.

 

Eine halbe Stunde später als geplant legen wir ab. 10:30 verlassen wir Christiansoe und segeln nach Süden. Es geht flott vorwärts. Bereits eine Stunde später haben wir Svaneke auf Bornholm querab. Und um 13:30 liegt Bornholm achteraus. Jetzt sollten wir eigentlich anluven um Saßnitz zu erreichen, aber der Wind tut uns nicht den Gefallen. Er weht stur aus West und dreht, im Widerspruch zum Seewetterbericht, im Laufe des Nachmittags kein bisschen.

Wir haben 5 Bft. und laufen in Kiellinie nach Südwesten. Buri mit „Magarita“ noch vorne weg.

Irgendwann am Nachmittag beschließen wir Saßnitz als Zielhafen zu canceln und Swinoujscie an zulaufen. Da würden wir den morgigen Sturmtag auf der Peene erleben. Hier noch ein paar Impressionen vom windigen Nachmittag.

Wie man sieht steht der Kaffee nur wegen des untergelegten Schwammtuchs auf der Anrichte so ruhig.

Dafür kann sich unser Peter noch ganz freundlich lächelnd aufrecht halten, was Falk offensichtlich schwerer fällt.

Bitte lächeln, so sieht das Ganze mit senkrechten Wänden und schief stehenden Menschen aus.

So segeln wir bei herrlichem Segelwetter nach Polen. Ach wäre es doch die ganze Woche so gewesen. Das hier ist zwischen 18:00 und 20:00. Karsten sitzt entspannt am Ruder.

 

Und was machen unsere Mitsegler? Sie sind genauso entspannt. Wenn man die wenige Umgebung genauer ansieht fällt auf, dass der Wind abgenommen hat. Es segelt sich ruhiger.

 

SFrank segelt das Schiff kurz vor Wachwechsel zur ersten Nachtwache über die Oderbank in den späten Abend. Wir haben bis zur polnischen Küste noch ca. 20 sm, um 0:30 machen wir in Swinoujscie fest. Wir sind nicht päpstlicher als der Papst und rechnen diese halbe Stunde noch auf den sechsten Seetag.

 

Fazit sechster Seetag:

 

Standort 24:00:  53 54.7229 N  014 16.1210 E

 

Der sechste Seetag begann am lila Quadrat, hatte eine Pause auf Christiansoe und endete in Swinoujscie.

 

Zurückgelegte Strecke 133 Seemeilen, davon gute 100 Seemeilen unter Segel und den Rest unter Motor.

 

Für diese Strecke benötigten wir 20 Stunden.

 

Geschwindigkeit 6,65 kn,

 

Das Festland hat uns wieder.

 

11. Satz, siebenter Seetag, Presto risoluto,

 

c’ è burrasca

 

 

Nicht morgens in aller frühe, nein nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf den Weg. In der Kaiserfahrt ist es noch ruhig, alle schauen entspannt aus der Wäsche.

 

 

 

 

Der Wachhabende hat, wie es sich gehört, das Signal für Fahrt unter Motor gesetzt.

 

 

 

Und sein Rudergänger steht (noch) gelassen am Ruder. Das wird sich ändern wenn wir ins Haff einlaufen. Um 12:00 haben wir die Kaiserfahrt geschafft.

 

Auf dem Haff packt uns der Wind mit voller Macht und zusätzlich fängt es an zu regnen. Das macht keinen Spaß mehr und Karsten ist plötzlich ganz alleine auf der Brücke. Dann legt sich der Regen, der Wind bleibt. Die „Magarita“ stampft hinter uns her. Eine Zeit lang sieht es so aus als würden unsere Begleiter nicht gegen den Wind ankommen. 

 

Wir versuchen eine Schleppleine auszubringen.

Aber das geht nicht so richtig. Und ehe wir uns die Leine in die Schraube ziehen, lassen wir es bei dem Versuch bewenden.

So stampft die „Magarita“ weiter hinter uns her. Das Haff ist ja bald zu Ende.

 

So gegen 16:00 passieren wir die alte Eisenbahn Hubbrücke zwischen Kamp und Karnin und sind richtig in der Peene.

Der Rest ist Ausflugsdampfer. Die Zecheriner Brücke macht erst 17:00 auf und wir müssen ein wenig warten. Der nächste Zwangspunkt ist die Wolgaster Brücke. Sie öffnet 20:45 zum letzten Mal an diesem Tag. Also Zeit das Abendbrot in Wolgast am Pier einzunehmen. Es gibt an diesem Abend die im 9. Satz so mühevoll geöffneten Königsberger Klopse.

Die Brücke macht pünktlich auf. Und so können wir um 21:30 in Karlshagen anlegen.

Fazit siebenter Seetag:

 

Standort 21:30:  54 06.5683 N  013 48.6192 E

 

Zurückgelegte Strecke 53,6 Seemeilen

 

Alles unter Motor

 

Durchschnittliche Geschwindigkeit: 5,25 kn

12. Satz, achter Seetag, Rondo vivace ,

 

chiusura, finito, basta 

 

 

 

Das Ergebnis des letzten Tages unserer Reise nach Gotland mal vorne weg.

 

Wir segeln von Karlshagen über den Greifswalder Bodden nach Lauterbach.

 

 

(Ignoriert bitte auf dieser Karte den von Lauterbach ausgehenden, nördlichen Kurs. Das war der Anfang der Reise.)

 

Am Morgen des letzten Tages liegen wir noch mit „Magarita“ im  Päckchen in Karlshagen. Das Wetter ist nicht besonders, aber der Wind hat abgeflaut und weht weiterhin mit 3 bis 4 Bft. aus West. Wir müssen ja nur noch nach Lauterbach. Wir haben also viel Zeit.

 

So gegen 10:30 legen wir ab und fahren die Peene runter zum Bodden. An der Fahrwassertrennung KR 13 setzen wir Segel und segeln durch den Bodden mit dem Ziel Lauterbach. Wir werden zum Abschluss noch knappe 20 Seemeilen unter Segel zurücklegen, ehe wir erst das Groß und dann die Fock bergen und in unseren Heimathafen einlaufen. Noch schnell tanken, 105 Liter Diesel gehen in den Tank. Dann auf zum Liegeplatz.

Am frühen Abend sitzt die Crew entspannt und gut gelaunt in der Plicht und tratscht mit Buri’s Leuten. Wolfgang hat die letzten Reserven aus dem Versteck geholt. Es gibt den ultimativen russischen Wodka.Und unser lieber Karsten als Leader dieser Truppe scheint mit dem Erreichten zu frieden zu sein.

 

Ich bereite derweil aus den nicht aufgezehrten Resten der Fleischvorräte der vergangenen Tage das Abendessen.

Um auf meine Bemerkung zu Anfang des Berichtes zurückzukommen, es wird genügend vom Eingekauften übrigbleiben, es ist genügend übrig geblieben.

Bei jedem Essen mit frischem Fleisch musste ich nicht alles aufschneiden. Jetzt gibt daraus die ultimative Fleischplatte.

 

 

Und was sehen wir da?

 

Da ist das Zuviel an Schweinefilet in Form von Medaillons, des Kasslers Nacken in Scheiben aufgeschnitten und gebraten, des argentinischen Huftsteaks medium gebraten. Dazu Tomatensalat und eine große Schüssel gebratener Zwiebelringe. Läuft euch schon (noch) das Wasser im Mund zusammen?

 

 

Der Rest ist schnell erzählt. Es beginnt das große Packen. Der Kühlschrank ist (fast) leer. Und wenn ich heute an das Kühlparadies auf der „Clupea“ denke, geht mir als Smutje immer noch das Herz auf. Zu der üblichen, in den Küchentresen eingelassenen unbequemen Kühlkammer gab es noch 150 Liter Haushaltskühlschrank und ein 50 Liter Tiefkühlfach.

 

Das alles war am Anfang der Reise voll, und sieht am Sonnabend Morgen dann so aus, und

 das war noch vor dem Frühstück. Wir haben doch gut wirklich gut gewirtschaftet.

 

 

Nebenan muss es zum Schluss etwas schlechter ausgesehen haben.

 

Fred, das arme Schwein, kam nach dem Frühstück um eine Tasse Kaffee zu uns. Bei ihm gab es keinen mehr.

 

Wir hatten noch.

 

Dann packt jeder seine Sachen und wir übergeben unser Schiff. Wir sind mit ihm 8 Tage sicher und komfortabel unterwegs gewesen. Unser Konzept hat funktioniert.

 

 

Nach dem Frühstück durften der kleine Peter und ich nach Dresden fahren. Wir hatten das langsamste Auto und ich musste abends noch ins Hessenland fahren.

 

 

Und als Fazit dieses Törns, wenn ihr mich fragt :

 

Jederzeit und immer gerne wieder

 

 

13. Satz, Nachbemerkungen,

 

Wir haben die Reise nach Gotland am Freitag, den 13. Begonnen, also lasst uns den Bericht zur Reise mit einem 13. Satz beenden.

 

Da wäre noch das zweite, auf dem Deckblatt angedeutete , aber noch nirgendswo aufgeführte, besondere Vorkommnis. Eine Tonne in der Nacht zu treffen, ohne sie bewusst angesteuert zu haben, ist schon sehr ungewöhnlich. Unseren Karsten aber traf in freier Natur, bei viel Wind und mit nur einer Möwe weit und breit deren Schiss. Wenn die Möwe, was kaum anzunehmen ist, ein Kunstsch(ei)..., eh ..ütze gewesen wäre, dann Hut ab. Aber so ist die Wahrscheinlichkeit eines Treffers, zu mal unter obigen Bedingungen, noch unwahrscheinlicher. Die Statistik spricht von 1:5*106, nicht schlecht Herr Specht. Das muss unter die besonderen Vorkommnisse aufgenommen werden.

Dann eine nette Begleiterscheinung. Dank der Erfahrungen der vorherigen Partien wurde der Seekrankheit vorgebeugt.

 

Ich hatte auf meiner Einkaufsliste auch ein Pflaster mit dem Wirkstoff Skopolamin. Man sah es während der Reise nicht nur bei Falko hinter dem Ohr. Und wem es doch trotz des Pflasters nicht so richtig gut ging, der nahm zusätzlich Peters Geheimwaffe zu sich. Hier noch einmal zum merken:

Cinnarizin.

Es gibt die Tablette in drei Stärken, bei uns auf Rezept, in Tschechien frei verkäuflich.

Dann hatte die neue Technik auf dem Schiff Einzug gehalten. Eine Brücke ohne Kartenplotter geht ja gar nicht, aber der Freak installiert zusätzlich noch einiges andere. Da gibt es in Lauterbach erst mal ein zusätzliches Notebook. Mit ihm bekommen wir (fast)lückenlos unsere Route mitgeschrieben. Ein Service der mir beim Schreiben sehr geholfen hat.

 

Dann gibt es einen Stromwandler, der den Bordstrom in 230 V DC umsetzt. Sehr zur Freude aller Ladegeräte. Und das wurde auch intensiv genutzt

 

Wenn ich die Aufzeichnungen von WFrank bei Open.cpn anschaue, muss ich feststellen, dass auf dieser Reise noch mehr drin gewesen wäre. Wir haben ungefähr 22 Stunden Hafenaufenthalt gehabt, die keinen Besichtigungen geschuldet waren. Mit unserer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,33 kn hätten wir in dieser Zeit noch knapp 120 Seemeilen zurücklegen können. Rund Rügen oder Rund Gotland wären da auch  noch drin gewesen. Aber, hätte, hätte, Fahrradkette. Zu mindestens steckt in diesen 22 Stunden die Sicherheit dieser Reise.

 

 

Und hier noch ein Rätsel: Wer ist es????

 

 

Der in der Mitte ist unschwer zu erkennen, die Ohren verraten ihn, wer sind die anderen Zwei? Antworten bitte an rainer@reguenther.de

 

Die Antwort kam heute (30.01.2017, 6:47) von Falk. Also links beginnend, er selber, dann der mit den Ohren und SFrank.

 

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